Medizin: „Der Dr. House Moment“
Shownotes
Christin Gerber hat von 2007 bis 2015 an der Ruhr-Universität Humanmedizin studiert und mit Staatsexamen abgeschlossen.
Schon 2012 konnte sie, als Famulantin während ihres Studiums, die ersten Erfahrungen in ihrem heutigen Fachgebiet machen – der Arbeitsmedizin.
2016 - nach ihrem Studium machte sie zuerst eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin.
2018 schloss sie direkt die Weiterbildung zur Arbeitsmedizinerin an und hat diese dann 2019 bei ihrem heutigen Arbeitgeber fortgesetzt.
2021 war es dann soweit – Christin Gerber ist „Fachärztin für Arbeitsmedizin“ In ihrem Unternehmen hat sie seitdem auch Aufgaben in der Weiterbildung, der Teamleitung und der Spartenleitung übernommen.
Seit 2009 unterstützt Christin außerdem als Mentorin bei „Arbeiterkind.de“ andere Erstakademiker:innen auf ihrem Weg.
Mehr zum Medizinstudium an der RUB finden Sie auf der Fakultätswebseite.
Transkript anzeigen
00:00:00: Warum studieren, was studieren und vor allem wohin damit?
00:00:04: Nach der Zeit an der Ruhr-Universität hier bei uns in Bochum.
00:00:07: Kurz... Rup!
00:00:10: Was
00:00:10: dann?!
00:00:11: Diese Frage stellen wir uns im Podcast der Ruher Uni Bochrum und laden Menschen ein die ihre Antwort darauf schon gefunden haben.
00:00:17: Ich bin Rabi Frever und ich hole unsere Aluminie wieder zurück Hier in unser Studio unter dem Audimax Um uns um euch zu berichten, wohin die Reise gehen kann.
00:00:27: Und an dieser Stelle mal eine kleine rhetorische Frage.
00:00:30: Wie ist denn eure Körperhaltung gerade?
00:00:32: Auf Recht sitzen, stehen nicht zu schwer heben – alles Sachen auf die wir wahrscheinlich alle öfter achten sollten!
00:00:38: Nicht nur in unserem Privatleben sondern auch im Beruf.
00:00:41: und hier kommt meine Gäste ins Spiel.
00:00:43: Christine Gerber ist Fachärztin für Arbeitsmedizin.
00:00:46: Dass man das als Fachärztin in Ausbildung machen kann war mir nicht klar bis ich Christine für diese Folge kennengelernt habe.
00:00:52: Wer jetzt aber denkt, Fachärztin Arbeitsmedizin gleich Betriebsärztinnen?
00:00:57: Der liegt falsch.
00:00:58: Das ging mir vorher auch so und Christine Gerber beschäftigt sich eben nicht nur mit der typischen Schrimphaltung im Bürostuhl oder dem richtigen Abstand zum Bildschirm.
00:01:07: Als Ärztin stand sie schon auf Musical-Bühnen oder dem Dach eines Fußballstadions.
00:01:12: Wie das zusammenpasst – und vor allem welche Herausforderungen Christine als Erstakademikerin hatte – davon erzählt sie in der neuen Folge RUB!
00:01:20: Was
00:01:20: dann?!
00:01:22: Ich stelle dir die gleiche Frage, die ich allen bisher zu Anfang gestellt hab.
00:01:25: Warum Medizin?
00:01:29: Ähm ... Ich erzähle mal so eine Geschichte, dass mein Großvater und ich zusammen gespielt haben.
00:01:35: Und ich dann gesagt habe, Opa, ich werd Krankenschwester.
00:01:38: Man hat meinen Opa gesagt, ja komm also da musst du immer auch blöde Sachen machen hinterm Abwischen und so.
00:01:45: Dann werd doch Ärztin.
00:01:46: Da hab ich gesagt okay, dann werd' ich Ärztinn!
00:01:50: bin dabei geblieben.
00:01:52: So
00:01:53: einfach war das?
00:01:54: Ja, einfach und nicht einfach!
00:01:56: Also der Wunsch war dann eben ganz früh da weil irgendwie Medizin mich interessiert hat und in der Schule habe ich dann ein Praktikum in der Pflege gemacht und hab gesehen okay es ist nicht nur Hinternabwaschen-Oppa aber ähm... Ich wollte mehr.
00:02:11: also auf der anderen Seite stehen, ich wollte die Entscheidungen treffen Und dann hab ich alles daran gesetzt, in dieses Studium reinzukommen.
00:02:19: Man muss ja auch sagen, so einfach war's gar nicht.
00:02:23: Du bist Erstakademikerin in deiner Familie ... War das schwer, in diesem Studium reinkommen?
00:02:30: Ja auf jeden Fall!
00:02:32: Ich glaub heute ist es noch schwerer.
00:02:34: So was als ich angefangen habe mit den alten Hasen, mit denen er redet, die hatten dann noch deutlich schlechtere Noten als ich.
00:02:41: Also ich hab wirklich im Abitur Broschüren gewälzt, was ich wohl für eine Note haben müsste damit ich da reinkommen kann.
00:02:49: Und die habe ich dann... also ich hab dann auch so ein bisschen Hobbys eingeschränkt und wirklich im Abi alles auf dieses Studium ausgelegt.
00:02:58: Ich habe sogar noch einen Tag vor meiner Abitur Zeugnisvergabe eine Prüfung, eine zusätzliche Prüfungen gemacht.
00:03:07: Weil ich war der erste Zentral-Abi-Jahrgang und meine Prüfung lag noch beim Drittkorrektor.
00:03:14: Das hat meine Schule nicht gemerkt.
00:03:17: Und hat mir eine Note gegeben ... Ich hab einen Jugend daraus und hab gesagt, damit kriege ich wahrscheinlich meinen Studienplatz.
00:03:24: Eine Woche später haben die mich angerufen und gesagt, wir müssten noch mal über ihre Note reden?
00:03:30: Die war dann schlechter!
00:03:32: Und dann hieß es ja, wir würden ihn vielleicht doch ans Herz legen noch so eine freiwillige Nachprüfung zu machen.
00:03:37: Das war keine Verpflichtende.
00:03:39: So schlecht war's da nicht aber ich bin halt runtergerutscht mit dem NC und gut dass sich das gemacht habe denn mit meiner Note bin ich damals dann wirklich gerade eben noch im Nachrückverfahren reingerutscht.
00:03:51: Also wer weiß wenn ich diese Prüfung mich gemacht hätte?
00:03:53: Vielleicht wär' ich jetzt hier nicht.
00:03:55: Warum ist die Ruhr Uni geworden am Ende?
00:03:59: Eigentlich wollte ich ja gar nicht zur Ruhr Uni.
00:04:02: Schnell mal raus!
00:04:04: Nein, also ... Ich wollte in NRW bleiben.
00:04:07: Ich wollte am liebsten im Ruhrgebiet bleiben und wollte dann nach Essen oder nach Bochum.
00:04:13: Und Bochums war so nett mich zu nehmen.
00:04:17: Als ich später die Chance hatte, nach Essen zu wechseln hat es mir gut gefallen, dass ich hier geblieben bin.
00:04:23: Das hört man doch gerne.
00:04:24: Wir haben gerade einmal ganz kurz drüber gesprochen, ganz knapp im Nachrückverfahren reingekommen ins Medizinstudium.
00:04:31: Was hat dir denn dabei geholfen?
00:04:33: Weiß
00:04:33: ich nicht!
00:04:35: Den Wahnsinnigen Glauben dass das irgendwie klappen wird.
00:04:40: Und trotzdem wolltest du das quasi weitergeben diese Ermutigungen zu sagen Man kann auch als Erstakademikerin oder Als Erstakademiker ein Studium aufnehmen und bist schon relativ früh mit arbeiterkind.de in Kontakt geraten, ne?
00:04:59: Ja tatsächlich bis ich hier dann wirklich im ersten Semester war habe ich auch gar nicht so das Empfinden dafür gehabt dass bei mir irgendwas anders ist.
00:05:07: also ich wusste schon okay ich musste mich irgendwie manchmal mehr informieren als meine Mitschülerinnen und Schüler.
00:05:15: Ich hatte niemanden, den ich fragen konnte.
00:05:17: Insbesondere zum Thema Medizin aber auch zum Thema Studium.
00:05:20: Das heißt, ich musste mir das alles selber aneignen.
00:05:22: und wo ich dann hier angekommen bin, habe ich gemerkt die Klippe ist ganz schön breit zu manchen Kommilitoninnen und Kommilitonen, die Ärzte in der Familie haben mit den Büchern vom Papa hierhin kommen, die sich um Finanzen keine Sorgen machen müssen ... Und dann bin ich über die Studienberatung, also die psychologische Studiumberatungen der RUB an einen Berater gekommen.
00:05:49: Der auch Arbeiterkind war, den mich auf das Thema aufmerksam gemacht hat.
00:05:53: und dann habe ich die Initiative gefunden und gedacht hey, dass was ich mir alles erarbeitet hab diese ganzen Recherche, die ich mir mühsam irgendwie alleine gemacht habe, das will ich nicht, dass es bei mir bleibt!
00:06:02: Ich will etwas weitergeben, ich will ermutigen... Dann bin ich jetzt immer noch dabei und ermutige immer noch.
00:06:11: Das heißt, ihr Helft quasi mit oder Arbeiterkind hilft?
00:06:15: Mit Beratung zu Studienanfangen zur Finanzierung
00:06:21: etc.?
00:06:22: Im Grunde alle Fragengrund ums Studium kann man uns stellen.
00:06:27: der Vorteil ist wir sind ja in der Regel also nicht nur aber in der regel auch Erstakademikerinnen und Wissen wie das ist, wenn man sonst keinen Ansprechpartner hat.
00:06:36: Und man traut sich ja nicht irgendwie vorne zum Dozenten zu gehen und eine Frage zu stellen, die man vielleicht irgendwie dumm findet oder auch so was ... Ich sag mal diese banalen Sachen an der Uni STCT und sowas.
00:06:50: Also ich mein klar, man kann auf Bügel fragen... Ist halt einfach
00:06:51: noch nie mit in Berührung gekommen?
00:06:53: Genau!
00:06:53: Aber manche Sachen ... Das traut man sich nicht.
00:06:57: Man will ja vor den Kommilitonen nicht direkt als Blöd erscheinen.
00:07:00: also ich hatte da auch ein paar Situationen wo nicht geglänzt habe dadurch auch und uns kann man das alles fragen.
00:07:07: Und wir sind keine Konkurrenz irgendwie zu irgendwem anders, Wir arbeiten mit ganz vielen anderen auch zusammen Studienberatung & Co.
00:07:15: Und können halt so einfach die erste Unterstützung sein.
00:07:19: So wie, ich sag mal der große Bruder oder die große Schwester, die man dann fragen kann und die sagt hey geh doch mal dahin oder ja so ging's mir auch und du bist nicht blöd und wir haben genau die gleichen Erfahrungen gemacht.
00:07:30: und ja einfach mit einem Vorbild voranzugehen.
00:07:34: also Menti, die hab ich im ersten ... Als sie im ersten Semester war.
00:07:40: War sie kurz vorm Abbrechen und hat gesagt, ich schaff das nicht.
00:07:42: Ich weiß nicht wie.
00:07:43: Und ich hab mich ganz lange mit ihr zusammengesetzt und unterhalten.
00:07:46: Wir sind dann so ein bisschen darauf gekommen, du gehst zu den Sachen, die keine Pflicht sind, gehst du nicht mehr hin?
00:07:51: Du musst es dir eh selber erarbeiten!
00:07:53: Das bringt ja nichts.
00:07:55: Und kontinuierlich immer wieder in Kontakt gewesen.
00:07:58: Die hat schneller studiert als ich, besser studiert, sagt bis heute, ich bin ihr Vorbild.
00:08:05: Wo ich ... ja, also es ist total schön was daraus entstehen kann von jemandem der vielleicht abgebrochen hätte.
00:08:11: Aber im Endeffekt ist das genau dein Ziel gewesen anderen den Weg zu ebnen?
00:08:17: Schön dass das geklappt hat.
00:08:18: Das Ergebnis ist super!
00:08:21: Apropos Vorbilder oder in Kontakt kommen mit Studium so was wie CT hat man einfach noch nie gehört, vorher hast du gesagt.
00:08:30: Du hast aber gerade vor den Kommilitonen erzählt im Medizinstudium.
00:08:35: Ist ja wahrscheinlich auch nicht ungewöhnlich die aus Ärztefamilien schon gekommen sind.
00:08:40: Das heißt, du hattest da noch gar keine Berührungspunkte mit diesen medizinischen... Was hatte ich denn am Studium dann überrascht als du angefangen hast?
00:08:51: Also, ich hatte ja den großen Fehler oder vielleicht auch nicht Fehler.
00:08:54: Wer weiß gemacht, dass ich mich sehr darauf konzentriert hab?
00:08:57: Ich will Ärztin werden und der Weg dahin ist das Medizinstudium.
00:09:01: also ich muss alles tun um in diesen Studienfach reinzukommen.
00:09:04: Ich habe mir null Komma null Gedanken gemacht wie ein Medizinstudium aussieht.
00:09:08: Also ich wusste am Ende, es sind Staatsexamen Das ist nicht dieses Bachelor Master Ding was die anderen machen Und war einfach maximal unvorbereitet so dass mich Eigentlich fast alles überrascht hat.
00:09:23: Besonders aber auch diese Differenz zu den anderen hatte ich nicht im Blick, also ich hab gedacht, ich bin hier jetzt einfach mit Leuten die haben das gleiche Ziel wie ich und dass wir dann doch gar nicht so viel gemeinsam haben und uns noch ganz schön viel trennt.
00:09:39: Das habe ich überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt.
00:09:42: Und vor allem wahrscheinlich ... dass Medizinstudium auch so breit aufgefächert werden kann.
00:09:48: Weil Facharzt, Arbeitsmedizin habe ich bis heute noch nie gehört?
00:09:52: Das war dir damals auch noch kein Begriff oder?
00:09:54: Nee, gar nicht.
00:09:55: also als ich das Medizinstudium ins Auge gefasst hab, hab ich gedacht, ich werd Internistin oder HNO-Ärzten und da macht man ja in den ersten zwei Jahren erst mal nur Basics.
00:10:05: Also es ist nur Biochemie, Physik
00:10:08: usw.,
00:10:08: also auch da hatte ich keine Ahnung.
00:10:10: Es ist natürlich auch nicht das was man sich unter Medizinstudium vorstellt.
00:10:14: Und wo es dann klinischer wurde, also nach dem ersten Staatsexamen ... Da hab ich festgestellt, dass viele Fächer nicht so sind wie man sie aus Patientensicht kennt und auch nicht so wie man sich vorgestellt hat.
00:10:27: Das heißt was war anders?
00:10:30: Welche Erwartungen sind gebrochen worden?
00:10:32: Ja, zum Beispiel hatte ich immer den Internisten als Detektiven der ... Ja, der einfach ... Der hat Symptome und macht dann eben die Diagnostik dafür.
00:10:44: Und findet dann irgendwie so ein bisschen detektivisch auf den Weg der Diagnose.
00:10:50: Und das ist es halt selten?
00:10:52: Den Dr.
00:10:53: Hausmoment hattest du mir nicht vorgespielt.
00:10:55: Genau!
00:10:56: Also, den Dr.hausmoment, den hab ich tatsächlich als Arbeitsmedizinerin gehakt.
00:11:01: Aber genau, das war halt so eine Sache, dass ich mir das anders vorgestellt habe auch zum Beispiel in der Chirurgie dass es leider wirklich so ist, wie ich mittlerweile von vielen Stellen höre.
00:11:12: Sehr rauer Umgangston, sehr ungemütlich irgendwie hohe Taktung also was macht man sich vorher keine Gedanken?
00:11:20: Du hast mir im Vorgespräch auch erzählt Ich hatte vor allem aber auch dieses ja symptomatische Behandeln dann irgendwie persönlich frustriert.
00:11:28: Dass du irgendwie dachtest die Leute kommen immer mit den gleichen Problemen und dann habe ich das Gefühl Die leute sind einfach Beratungsresistenz zum Teil
00:11:35: Ja auf jeden Fall Da können die Leute ja gar nichts hören.
00:11:40: Das liegt zum Teil auch in unserem Gesundheitswesen, vielleicht wär's bei mir anders gelaufen wenn das nicht so wäre.
00:11:46: aber viele Leute kommen eben dann, wenn ... ziemlich in den Brunnen gefallen ist oder das Feuer schon ziemlich am Lodern ist.
00:11:53: Und dann hat man natürlich auch eingeschränkte Möglichkeiten und das fand ich schon, also manchmal ist es so ein Kampf gegen Windmühlen dass man nicht per se gegen die Patienten aber gegen Systemen und gegen die Symptome und dass man da ja nicht wirklich vorankommt.
00:12:09: Wer auch immer das natürlich gerne machen möchte, soll sich davon natürlich nicht entmutigen lassen.
00:12:13: Für dich persönlich war es am Ende nichts.
00:12:15: Du hast dann deine Erfüllung in der präventiven Arbeit gefunden und da sprechen wir gleich vielleicht auch noch genauer drüber.
00:12:21: Erst mal wie ist denn dann der Kontakt...der Erstkontakt zum Arbeitsmedizin entstanden?
00:12:29: Ich habe mich in der Uni ein bisschen gelangweilt Und hab dann, ich glaub es war eine Vorlesung verlassen und habe einen Magazin vom Deutschen Ärztesberat für Medizinstudierende in die Hand bekommen.
00:12:44: Hab das gelesen.
00:12:45: da ging's auch in so einer Titelstory um eine Arbeitsmedizinerin was sie so macht.
00:12:49: Ich hatte das bis dato dann noch nie gehört.
00:12:53: Und da war auch eine Werbung drin für die Firma, bei der ich dann viele Jahre später dann auch anfangen sollte.
00:12:58: Dass man da eine Formulatur machen kann also ein Praktikum was wir eben machen müssen.
00:13:03: und dann war noch der Bonus, da gab es sogar Geld.
00:13:05: Also da hab' ich gedacht wow das klingt interessant!
00:13:07: Es gibt sogar Geld... Das
00:13:09: ist nicht der Regelfall, ne?
00:13:10: Absolut
00:13:10: nicht.
00:13:11: und gerade ich habe im Studium immer nebenbei gearbeitet.
00:13:14: Das war natürlich eine immense Entlastung.
00:13:18: Und dann habe ich mich da beworben, hab diesen Formulaturplatz bekommen und konnte einen Monat mir ganz unterschiedliche spannende Sachen angucken.
00:13:27: Und dachte ja vielleicht könnte das was für mich sein?
00:13:30: Ganz viele unterschiedlichen spannenden Sachen anguckten!
00:13:32: Das gehört auch ganz viel zu deinem Arbeitsalltag.
00:13:34: Wollen wir gleich noch genauer drüber sprechen?
00:13:36: Erstmal vielleicht.
00:13:37: du hast schon deine Formulature gemacht.
00:13:39: Hast wahrscheinlich auch da dann schon für dich entschieden wow cool dass ist es wahrscheinlich.
00:13:44: Wie wird man denn dann Fachärztin oder Facharzt für Arbeitsmedizin.
00:13:49: Wie geht der Weg dann weiter vom Studium aus?
00:13:52: Man muss erst mal Ärztin sein, Approbation haben und dann braucht man zwei Jahre Patientennahversorgung.
00:13:59: Das kann fast alles eigentlich sein.
00:14:02: Und ich hab gedacht ... Weil die allgemeinen Medizin noch nicht so ganz ausgeschlossen hatte, weil das hier eben nicht dieses klinische Feuerlöschen ist sondern vielleicht ein bisschen längerfristig betreuen Familienmedizin.
00:14:15: Und dann bin ich in die Allgemeinmedizin erst mal gegangen und hab dann festgestellt, okay hier ist auch viel Feuerlöschen.
00:14:21: Viel Frust für mich.
00:14:24: Dann bin ich eben nach den zwei Jahren Patientennahversorgung in die Arbeitsmedizin gewechselt.
00:14:29: Drei Jahre da und dann Prüfungen.
00:14:31: Und dann ist man Arbeitsmedizinerin im besten Fall?
00:14:34: Ja hoffentlich!
00:14:35: Als Arbeitsmedizerin vielleicht damit sich die Leute, die uns jetzt gerade zuhören ... Da ein bisschen was drunter vorstellen können.
00:14:44: Es ist so ein bisschen Betriebsärztin, hat das zu mir im Vorgespräch gesagt?
00:14:48: Genau.
00:14:48: Ist immer die Frage, was man sich unter Betriebesarzt oder Ärztin vorstellt ... hab ich auch gesagt, kein geschützter Begriff!
00:14:56: Ich bin jetzt nicht in meiner jetzigen Funktion irgendwo am Werk und betreue dann nur dieses Werk oder diesen Betrieb.
00:15:03: Das ist eine Möglichkeit, wie man als Arbeitsmedizinerin arbeiten kann.
00:15:07: Mach' ich halt nicht.
00:15:08: Ich hab viele unterschiedliche kleinere Kunden, kleinere und größere Kunden ... die ich betreue.
00:15:14: Und für die ich dann ein Sitzung teilnehme, Begehung mache, Beratungen und Leute untersuche.
00:15:24: So das so grob!
00:15:25: Das heißt mit welchen Bereichen oder Gesundheitsbereichen wird man konfrontiert als Arbeitsmedizinerin?
00:15:35: Sind das dann häufig Sachen wie... Also man sagt ja immer sitzen ist das neue rauchen also sind das dann immer so geschichten wie rückenprobleme schlafprobleme Oder sind das auch noch ganz ausgeflippte Sachen, die einem da begegnen können?
00:15:51: Ausgeflippten
00:15:51: Sachen haben wir auch.
00:15:54: Also klar ... Wir haben viele Leute, die am Bildschirm arbeiten so dass wenn man jetzt zur Vorsorge für die Bildschirmarbeit kommt ist natürlich Arbeitsplatzergonomie.
00:16:02: wie stellt man den ein?
00:16:04: Wie sitzt man da richtig, dass man nicht nur sitzen sollte?
00:16:07: Das sind dann alles so Themen.
00:16:08: Die haben wir sicherlich viel weil viele Leute haben die einfach am Rechner sitzen.
00:16:13: Aber meine eine Kollegin sagt immer, wir haben alles von Kindergarten bis Behörde.
00:16:18: Von Industrie bis Theater.
00:16:21: Alles dabei und so unterschiedlich sieht das eben auch aus was wir mit den Leuten was wir untersuchen aber auch wozu wir beraten.
00:16:28: Und manchmal sind es auch ganz spezielle Fragestellungen.
00:16:31: wenn jetzt jemand nach längerer Erkrankung oder chronischer Erkrankung einfach eingeschränkt ist wie kann man denen noch einsetzen?
00:16:39: Wie kann man den unterstützen?
00:16:42: Manchmal kriege ich auch verrückte Anfragen.
00:16:46: Letztens hatte ich so eine Anfrage, ob der Drucker dafür verantwortlich ist, dass man hohe Mangarnwerte im Blut hat?
00:16:52: Da musste ich erst mal recherchieren!
00:16:54: Was sind Mangarn-Werte?
00:16:56: oder was ist Mangarn?
00:16:57: Mangarn ist ein Gefahrstoff in weitester Sinne und ... Wusst du, ja klar.
00:17:06: Man kennt nicht so.
00:17:07: aber ist das im Drucker?
00:17:09: kann es damit zusammenhängen?
00:17:11: da muss man sich dann reinfuchsen und das mache ich halt auch gerne.
00:17:15: Jetzt wollen wir vielleicht gleich noch mal über deine Außeneinsätze sprechen.
00:17:19: Du hast gerade schon das große Wort Begehungen gesagt.
00:17:22: Ich glaube Das gehört wahrscheinlich auch zu den sehr spannenden Sachen an deinem Beruf.
00:17:27: Erstmal muss man aber sagen So du bist jetzt in einem Unternehmen Aber ihr habt trotzdem sowas wie eine Praxis.
00:17:33: Genau, wir haben eine sehr breit aufgestellte Praxis.
00:17:37: Wo man jetzt nicht nur wie beim Hausarzt hat man dann EKG und ein Labor wo man irgendwie Blutab nimmt und Urin überprüft.
00:17:44: Das haben wir auch.
00:17:45: Wir haben aber auch noch einen Belastungs-EKG Wir haben eine Lungenfunktionen Wir haben Hörtests Wir haben Seetest Wir haben ein Breits aufgestellt für eben all die Untersuchung Die wir machen weil das eben so ein totales Querschnittsfach ist.
00:17:57: also ich Ich bin natürlich keine Augenärztin, dessen bin ich mir auch bewusst.
00:18:01: Aber ... ich mach einen ersten Seetest und stelle fest, oh da ist was nicht in Ordnung und leite dann weiter und im besten Fall stell ich was früh fest damit man früh was machen kann.
00:18:13: aber deswegen sind wir halt sehr ... es ist ein bisschen komplex und wie gesagt sehr breit aufgestellt Und wir sind nicht nur eine Praxis für Gesunde Es ist ... ja, ein bisschen schwer zu erklären manchmal.
00:18:29: Also ihr seid Allrounder kann man sagen?
00:18:31: Total,
00:18:32: total!
00:18:33: Ich hab auch kürzlich noch gesagt also wir müssen von allem etwas können.
00:18:37: Auch das, worauf das Medizinstudium einen Jahr vorbereitet.
00:18:42: Dass man aus allen Bereichen irgendwo eine gewisse Basis mitbringt und die brauchen wir auf jeden Fall.
00:18:48: Wie kann man sich, bevor wir über den Begehung sprechen wie kann man so ein Praxisalltag vorstellen bei euch?
00:18:54: Ja, also ist sehr unterschiedlich auch.
00:18:57: Weil wie gesagt wir haben ja diese Breite... Masse an unterschiedlichen Leuten, die zu uns kommen.
00:19:03: Also wenn ich jetzt im Gesundheitszentrum untersuche, dann fängt das vielleicht an mit einer Erzieherin, die ihren Impfpass überprüfen lassen muss.
00:19:13: Dann haben wir vielleicht irgendjemanden der auf Masken klettert weil er irgendwelche Mobilfunk-Türme wartet.
00:19:20: Dann kommt jemand vom Zoll der Waffenträger sein möchte und zeigen muss dass er das auch kann.
00:19:26: oder die Feuerwehr.
00:19:28: Wir haben Schwangere, die zu uns kommen.
00:19:31: Wo wir gucken, ob alle Immunitäten haben, damit sie weiter ihren Job machen können, solange sie schwanger sind und ... Genau, dann ist irgendwann Mittagspause.
00:19:41: Dann geht's weiter und dann ist feierabend.
00:19:44: Wann haben wir viele Leute gesehen?
00:19:45: Das heißt
00:19:45: ihr prüft ja quasi, das hattest du mir im Vorgespräch als Beispiel zum Beispiel genannt der Lkw-Fahrer, der noch mal einen besonderen Sehtest braucht und regelmäßig ein SehtEST braucht also ihr pruft je nach ... Ja, Bedarf für den Beruf und je nach Vorerkrankung.
00:20:01: im Prinzip können die Leute diesen Beruf ausüben.
00:20:04: Und wie bleiben sie gesund?
00:20:06: Wenn Sie diesen Beruf Ausüben,
00:20:07: kann man sagen.
00:20:08: Genau.
00:20:09: Wir haben einmal Eignungen also gibt's immer rechtliche Grundlagen an, die wir uns natürlich halten müssen.
00:20:16: Und innerhalb der rechtlichen Grundlagen untersuchen wir dann eben Kann er noch sein Lkw sein Taxi was auch immer fahren?
00:20:23: und wenn nicht Dann ist es vielleicht auch gut dass wir den rausfischen.
00:20:26: Und bei anderen Leuten geht's mehr darum, macht ihre Arbeit krank oder kränker.
00:20:31: Dann wollen wir sie dazu beraten und befähigen und unterstützen, dass es nicht so wird.
00:20:38: Jetzt hab ich dich schon alle, die grade zuhören vielleicht schon lange genug auf die Folter gespannt.
00:20:44: Thema Begehungen.
00:20:46: Du bist nicht nur in der Praxis du gehst auch mal raus.
00:20:50: was guckst du dir dann an in deinem Berufsalltag wenn du so eine Begehung machst?
00:20:56: Unternehmen oder Banachirma.
00:20:58: Also wir machen das oft zusammen mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit, die gucken viel so nach den technischen Sachen.
00:21:06: also sind die Maschinen gewartet ist ja alles so technisch einwandfrei und Als Arbeitsmediziner gucken wir eben viel auf unsere medizinischen Themen.
00:21:17: Wie ist die Ergonomie?
00:21:19: Gibt es hier irgendwie Schutzausrüstung, die notwendig ist und wird das genutzt?
00:21:23: Warum wird das vielleicht nicht genutst?
00:21:25: Also ich spreche auch immer die Leute gerne mal an.
00:21:27: Wo ist denn XY?
00:21:29: Ist da dann bequem?
00:21:32: Genau!
00:21:32: Dann auch da immer... also alles bei uns hängt immer von der Tätigkeit ab, die die Leute machen.
00:21:36: Wenn ich mir jetzt in einer Bank Arbeitsplätze angucke, dann geht's natürlich viel darum.
00:21:40: Habt ihr euren Schreibtisch gut eingerichtet?
00:21:43: Wenn ich irgendwo in der Industrie unterwegs bin, dann geht's auch darum zu gucken.
00:21:47: Wie sitzt er jetzt da an seiner Schleifmaschine?
00:21:49: Ist ja da wie so ein Schwimpf!
00:21:51: Und warum ist er da wie einen Schwimm?
00:21:53: Also können wir das verbessern und ... Ich hab natürlich immer den Menschen und das was für ihn daraus entstehen kann.
00:21:59: Das haben die Leute oft selber nicht im Blick weil naja ich arbeite halt so... Und ich habe da wirklich auch so die lange Perspektive.
00:22:09: Ja, was macht das wenn der jetzt noch zehn, zwanzig Jahre weiter so arbeitet?
00:22:13: Und dann guck ich mir natürlich auch einfach an, was mich interessiert.
00:22:16: Was für Reaktionen schlagen dir da so entgegen?
00:22:19: Ich kann mir vorstellen, wenn jemand im Büro vorbeikommt und sagt ... Ey!
00:22:23: Junge, du sitzt wie ein Shrimp.
00:22:26: Das mach dich krank, setz dich mal anders hin.
00:22:28: Wie kommt das so an?
00:22:30: Ja, es kommt immer so ein bisschen drauf an natürlich wie man mit den Leuten redet.
00:22:33: Ich bin natürlich sehr nett.
00:22:34: Das wirst du nicht sagen.
00:22:36: Genau das sag ich dann vielleicht zu der Kollegin die dabei war.
00:22:43: Ich versuche schon sehr, auf die Leute zuzugehen und denen auch zu erklären warum ich denen jetzt sage das was was ich ihr Bildschirm zu hoch eingerichtet ist.
00:22:51: Das ist bei ganz vielen so und was das mit ihnen machen kann und dass sie eben nicht morgen oder nächsten Monat was davon merken sondern vielleicht in zwei drei zehn Jahren und dass ich das gerne verhindern möchte.
00:23:03: Ich weiß dann auch gerne mal darauf hin, wenn es eben offizielle Empfehlungen gibt, die es fast immer gibt.
00:23:08: Also Medizin lebt von Leitlinien und Empfehlung dass diese gerne auch da gucken können.
00:23:12: Gibt so ein bisschen praktische Tipps weil natürlich wenn ich jetzt von heute auf morgen meinen Arbeitsplatz komplett umgestalten soll wird mir das schwerfallen.
00:23:19: der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
00:23:21: Da versuche ich auch bisschen pragmatisch einfach zu sein.
00:23:24: aber Die Reaktionen gehen von, oh gut.
00:23:29: Das ist jetzt sich um.
00:23:31: Super, da hat noch nie einer drauf geguckt zu ... Ach was wissen Sie schon?
00:23:34: Ich arbeite hier schon so und solange so und ich ändere nix.
00:23:38: Muss man dann wahrscheinlich abkönnen, diese Frustration?
00:23:41: Ja also ähm die... Allermeisten Reaktionen sind eher positiv interessiert.
00:23:48: Und ja, dass mal Leute das nicht so gut finden ... Das kann einem auch in der Untersuchung passieren, wenn ich jemand sage, du kannst nicht mehr Taxi fahren?
00:23:55: Das findet er natürlich auch nicht gut.
00:23:57: So ein bisschen mit Gegenwind muss man leben können.
00:24:00: Jetzt hast Du von den klassischen Begehungen gesprochen die man sich wahrscheinlich vorstellt.
00:24:07: sitzt der vernünftig am Schreibtisch gibt's wahrscheinlich auch keine Lärmbelästigung, fiebende Drucker und was weiß ich nicht.
00:24:12: Irgendwie am Arbeitsplatz kenne ich noch aus einer alten Büro-Tätigkeit aber du machst auch schon mal wirklich abgefahrene Sachen ne?
00:24:19: Du hast mir erzählt, du findest an deinem Beruf besonders toll dass du immer mal wieder auch Einblicke bekommst, die du sonst einfach nicht hättest.
00:24:27: Ja ich sag mal es ist wie Sendung mit der Maus für Erwachsene also... Ich war nie bei so einem Maustüröffner-Tag aber ich hab den beruflich und das ist schon cool!
00:24:38: Also ich habe auch sicher ein paar Highlights.
00:24:41: dass ich irgendwo auf dem Stadion in Dortmund rumgeturnt bin um mir da Arbeitsplätze anzugucken Das ist natürlich ein wunderbarer Ausblick auch.
00:24:52: Aber auch einfach im wahrsten Sinne hinter die Kulissen zu gucken und zu sehen, wie läuft es da?
00:24:59: Wie wird XY produziert oder wie kommt so eine Show zustande wenn wir jetzt beim Theater sind?
00:25:06: Das ist einfach eine Faszination für mich und das macht immer wieder Spaß!
00:25:10: Also ist was für Leute, die Angst haben sich schnell zu langweilen wahrscheinlich.
00:25:16: Das ist auf jeden Fall gut!
00:25:17: Man muss das auch abkönnen dass man nie abschließend alles wissen wird.
00:25:21: also ich glaube da muss man sich generell in der Medizin von verabschieden egal welches Fachgebiet man macht.
00:25:26: nur viele Fächer geben das nicht zu.
00:25:29: als ich damals meine Formulatur gemacht habe fand ich super sympathisch dass mir am ersten Tag gesagt wurde wir können hier absolut nicht alles wissen.
00:25:36: Wir müssen nur wissen, wie wir uns dem nähern und wo wir was nachschlagen
00:25:39: können.".
00:25:40: Und das fand ich so toll im Vergleich zu manchen Klinik-Oberärzten, Chefärzte die so tun als es wüssten sie ... Alles, was sie definitiv auch nicht wissen!
00:25:51: Das sehe ich heute immer noch so.
00:25:52: also da muss mal Bock drauf haben und dass man einfach nie alles wissen kann dann muss man mit leben können.
00:25:57: Vor allem, das klingt dann wieder nach dem Weg zum Dr.
00:25:59: Hausmoment, ehrlich gesagt?
00:26:01: Ja, so ein bisschen schon!
00:26:02: Also ich hab auch schon, weiß ich nicht ... Vertretung für einen Kollegen gemacht, der sagte vorher ja da wird nichts kommen.
00:26:09: bei meinen Firmen ist alles ganz unaufgeregt und dann kriege ich direkt in der ersten Woche einen Anruf, wir haben hier jetzt Milzbrand.
00:26:15: was machen wir denn jetzt und ich denk so... Jetzt erstmal, da klingelte es dunkel aus dem Studium und dann in die Recherche, dann Dr.Haus
00:26:27: Man muss sagen, du scheinst es offensichtlich wirklich gerne zu machen.
00:26:31: Wir haben im Vorgespräch auch schon drüber gesprochen ... Du warst, glaub ich selber fast ein bisschen erstaunter darüber?
00:26:36: Acht Jahre machst du das jetzt mit der Arbeitsmedizin?
00:26:38: Ich habe zu dir gesagt länger als du studiert hast von daher ... Scheinste ja noch nicht langweilig geworden zu sein.
00:26:47: Ich seh's auch noch nicht, dass es langweillig wird.
00:26:49: also wir haben zwar schon eine gewisse Stabilität, dass man so seine Kunden hat die man dann auch länger betreut aber kommt dann immer noch mal was Neues dazu und wo man sich eben nochmal neu reinfuchsen muss.
00:27:01: Ich bereu das gar nicht, also ich habe viele Praktika im Studium gemacht und hier und da reingeguckt aber selten bin ich daraus gegangen und hab gedacht... Boah, Sophie gefällt mir hier.
00:27:15: Das kann ich mir richtig langfristig vorstellen weil ich dachte immer so ach das gefällt mich.
00:27:18: aber der ganze Rest.
00:27:20: und da war es dann eher umgekehrt dass ich dachte okay ein paar Sachen gefallen mir auch nicht Aber das meiste klingt irgendwie richtig passend für mich.
00:27:27: Ja und du hast tatsächlich nicht nur das Bedürfnis gehabt Dein für andere Arbeiter Kinder Für andere Erstakademikerinnen Und erst Akademiker den Weg zu ebnen sondern auch in deinem Beruf hast du dann sogar noch offensichtlich den Wunsch verspürt, deinen Wissen weiterzugeben.
00:27:44: Denn du bist in deinm Unternehmen mittlerweile nicht nur Führungskraft sondern du bildest sogar aus ne?
00:27:51: Ja genau also die Leute die mit ihren zwei Jahren patientener Versorgungen zu uns kommen da bin ich die denen was beibringen soll und das auch super gerne mache.
00:28:02: Also ich mach total gerne Werbung für Arbeitsmedizin Ich sitze jetzt ja auch hier.
00:28:08: Aber das macht mir halt total viel Spaß, denen zu zeigen okay wie können sie sich in der Sache nähern?
00:28:16: Sich da einzufinden und einfach dazu begleiten.
00:28:19: Und da es bei uns nie aufhört also mit meinen Kollegen die schon Fachärztin sind Also mit denen tausche ich mich auch manchmal aus wenn irgendwo eine abgefahrene Anfrage kommt und dass so von vornherein irgendwie gut zu vermitteln und eben nicht so mit dieser Angst und diesem Du musst alles können, alles wissen aus der Klinik daran zu gehen.
00:28:38: Das war mir auch nochmal ein Anliegen.
00:28:41: Zum Abschluss vielleicht noch einmal ganz kurz wenn die Kristine aus dem Abitur jetzt vielleicht auf die Kristinen heute blicken würde vorher noch Erstakademikerin, zu dem Zeitpunkt wusstest du es ja noch nicht mal damals Arbeiterkind und Heute Führungskraft in der Arbeitsmedizin was würdest du sagen?
00:29:02: Wow.
00:29:04: Ja, hätte ich ... hätte ich mir nie ausmalen können.
00:29:07: Also, ich kannte das Fach nicht.
00:29:08: Ich hätte auch nicht gedacht, dass sich an so einer Weiterbildung und eine Führungsposition, dass ich da irgendwie Spaß haben könnte, dass mich da finden könnte.
00:29:18: Und jetzt denke ich so, es musste so kommen!
00:29:21: Es ist genau richtig so gelaufen.
00:29:26: In Retrospective unglaublich, dass sie das geschafft habe.
00:29:30: Es ist allein schon der beste Beweis, dass du heute hier sitzt und dich eingeladen haben.
00:29:37: Christine vielen lieben Dank!
00:29:38: Ich glaube das ist ein schönes Schlusswort.
00:29:40: Vielen dank für deinen Besuch und danke, dass Du uns von Deinem Werdegang und deinem Beruf erzählt hast.
00:29:45: Gerne.
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